Miteinander sprechen, irgendwo, irgendwann.

Und Vertrauen.

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Bis bald. Versprochen.

18.11.06 07:38


Sein oder nicht Sein

Beißend, stechend, blutend quält sich das trübe Gift in meine Lungen. Das Rein muss raus und das Raus muss rein. Der Mond zieht sich vor mir aus, verführt mich. Undankbare Hure.

Warum Gleichgültigkeit so weh tut, fragst Du mich, und ich bringe Deinen Gefühlen das Masturbieren bei.

Ich schaue in den Spiegel und sehe ... Hassliebe. Sag mir morgen Früh noch einmal, dass wir glücklich sind. Wer zu lange in die Sonne schaut wird blind.

Was denkst Du?
6.11.06 22:26


Jetztzeit

Es steht fest. Ich muss fort aus diesem verfluchten Schottenlande. Niemand kann ein vernünftig Werk vollbringen bei dieser Dunkelheit, oh diese gottverdammte Dunkelheit. Der Branntwein hält die Leute hier - Menschen sind es nicht - am Leben, und Branntwein ist es, der sie sterben lässt. Existenz zum Selbstzweck, es ekelt mich an. Flucht ist meine einzige Hoffnung, wenn es Hoffnung in diesen Landen noch gibt. Schönheit ist so trügerisch und Liebe nicht mehr als der Schatten eines Traumes.
5.11.06 19:35


Vermissen, baby

Ob Du es glaubst oder nicht - der Stempel auf meiner Hand bedeutet mir nur wenig. Identitätsstiftend, ja, aber zur Selbsterhaltung reichlich unnütz. Und drei Wochen später bleibt in Prag sowieso alles anders. Und da spielt es auch überhaupt keine Rolle, mit wem Du im Sommer Suizidgedanken austauschen wolltest. Ziemlich lächerlich, Gedankenkäfige zu konstruieren, wenn Mademoiselle sechsunddreißigkommafünf verschiedene Persönlichkeiten hat.
 
 
29.10.06 15:15


Something I can never have

Es ist schon sehr beruhigend, wenn man keine Zeit mehr hat für die Frage nach dem Wofür. Da sitzt man dann irgendwann ganz entspannt morgens um zwei vor der structured result presention und liegt im nächsten Moment mit offenen Augen tot auf der Tastatur, noch immer den data folder umklammert, als wäre dieser das Einzige, was je von Bedeutung war.

Mein Leben und Ich: Es ist jetzt Wochen her, dass der Nachtpförtner mal nicht vor mir nach Hause gegangen ist. Ich kenne die Zubereitungsanweisungen von einhundertsieben- unddreißig Fertiggerichten auswendig. Die Uni will meine zwanzig-Seiten-Hausarbeit bis Montag haben, die sechzehnseitige habe ich heute Morgen um drei gerade noch fertig bekommen. Sozialleben habe ich auch, ja, aber es dauerte, bis ich gelernt hatte, Stochastik und micro economics auch unter Einfluss von long island und co in angemessener Geschwindigkeit verarbeiten zu können.

Ich gestehe: Ich rauche zuviel, esse zu schnell und zu ungesund, und weiß nicht, was krankhafter ist - mein Ehrgeiz oder meine zwanghafte Abhängigkeit von Anerkennung.

postscriptum: Verzeih, dass ich Deine Illusionen zerstören muss: Geld macht nicht glücklich.

17.10.06 23:00


Denn die Todten reiten schnell

Existenzialistische Kindheitserinnerungen verursachen meiner Selbstachtung stechende Schmerzen. Ich war jung und brauchte die Anerkennung - aber der Zweck heilt nicht immer die Mittel. Wenn ich nur lange genug in den Fluss schaue, erlösen Endorphine mich schließlich vom Schlimmsten. Die Erhabenheit meines Selbsterhaltungstriebes gibt mir dann den abstrakten Rest. Lou Salomé ist tot und Marla Singer ist genauso zweidimensional wie Mathilda und da stellt sich die Frage, ob Realität zwangsweise unterbewertet wird.


 
 
Gesucht: Mensch mit Persönlichkeit
Alter: unbekannt
Geschlecht: féminin
Aussehen: anders
Fähigkeiten: Denken, Schweigen, Zweifeln
sonstiges: zynisches Selbstbild, keine Vergangenheit
16.10.06 00:08


Mutierte Euphorismen

Mein Leben ist zu groß für mein Ich und deshalb muss ich Stück für Stück davon abschneiden, bis es wieder passt, ich wieder Luft zum Atmen habe.

Ich möchte ein Eisbär sein, Eisbär Eisbär. Links von der Mitte ist immer auch moralisch asphaltiert. Als ich in der Früh die Wohnung verließ, schlief der Franzose auf dem Sofa. Anagramme stellen schließlich auch für Vorgesetzte eine unerwartet vorteilhafte Herausforderung. Und zum Schluss war mir der Held des Sprechgesangs nicht mehr verachtenswert erschienen. Menschliche Freuden gibt es in diesem Land nur gegen Bargeld, zu groß ist die Angst vor gefühlskalten Zechprellern. Ich glaube, ich sollte anfangen, etwas zu arbeiten, jetzt, da ich sehen lerne.

Wonach sucht sie, was fehlt ihr zum Glücklichsein? Wovor hattest Du Angst, als Du noch ein Kind warst? Bist Du erwachsen? Fürchtest Du Dich vorm Fliegen? Vorm fallen-gelassen-Werden? Warum ist der wichtigste Mensch in ihrem Leben ihr nicht genug? Was kannst Du, was niemand anders kann? Wofür liebst Du Dich?

14.10.06 01:27


Liebeserklärung an eine Unbekannte

Sie sagte: Mich willst Du als Inventar! Wenn ich mein Leben noch einmal von Vorn beginnen könnte, wäre es meine Dreistigkeit, die den Unterschied ausmachte. Weißt Du, würde ich Dich kennen, ich liebte Dich. Aus tiefstem Herzen. Ich bin nicht im Stande, vielen oder auch wenigen Menschen meine Wertschätzung auszudrücken - geschweige denn diese zu empfinden. Bevor ich morgens die Nachrichten lese, hoffe ich, dass es einen Atomkrieg gibt. Immer wenn mein Flugzeug vor der Landung seltsame Bewegungen macht, stelle ich mir vor, wie es abstürzt und mitsamt seiner Insassen in Flammen aufgeht. Dieser Traum stimmt mich unerwartet glücklich. Da ist ein Loch in meinem Leben, in meinem Wesen, in meinem Sein. Du fehlst mir, obgleich ich Dir noch nie begegnet bin. Ich will Dir den Friedhof zeigen, von dem man so einen atemberaubenden Blick auf die Stadt hat. Ich will Deine Haare riechen und an Urlaub denken. Bei Deinem Anblick will ich zerrissen sein zwischen Beschützen und Begehren. Meine Frau sollst Du sein, und meine Geliebte, meine Gespielin und Freundin, meine Sklavin und Herrin, meine Schwester und Tochter. Ich weiß jetzt schon, dass ich Deine Hüftknochen abgöttisch lieben werde, obgleich ich deren Geschmack nicht kenne. Ich weiß, dass mein Kind Deinen Namen tragen soll. Ich weiß, dass ich Dich will, weil ich Dich nie ganz haben kann. Ich weiß, dass Du Alles für mich bist.

Finde mich. Bitte.

postsriptum: Ich würde so gern mit Dir ans Meer fahren.


12.10.06 22:54


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