Die schizoide Persönlichkeitsstörung ist durch einen Rückzug von emotionalen, sozialen und sonstigen Kontakten gekennzeichnet. Es existiert nur ein begrenztes Vermögen zum Ausdrücken von Gefühlen und Erleben von Freude. Darüber hinaus besteht eine Vorliebe für Phantasie und einzelgängerisches Verhalten. Beim geselligen Umgang fällt die Unzugänglichkeit des Wesenskerns auf, obwohl formal ein perfekter und sogar eleganter Umgangsstil beherrscht werden kann. Menschen mit einer solchen Störung bilden kompensatorisch oft ein hohes Maß intuitiver Fähigkeiten aus, mit denen sie sich zugleich schützen und Überlegenheit gewinnen können. Soweit die sonstigen Voraussetzungen bestehen, entwickeln sie ein hohes Maß an intellektueller Differenziertheit.


Eine tiefgehende Kontaktgestörtheit prägt diese Menschen, ihre emotionale Beziehung zur Umwelt und anderen Menschen ist zentral gelockert, sie beschreiben ihr Lebensgefühl häufig wie "unter einer Glasglocke" lebend. Die Welt bleibt blass, die spontane Erlebnisfähigkeit und das unmittelbare Ansprechen der Gefühle sind stark gehemmt. Tiefsitzendes Misstrauen hält sie fast instinktiv anderen Menschen gegenüber auf Distanz. Die ausgeprägte Zwiespältigkeit ihrer Erlebnisart hat dieser Störung den Namen gegeben. Während einerseits fast unbewusst oder im Sehnsuchts- und Phantasiebereich der Wunsch nach inniger Gemeinsamkeit mit anderen Menschen quälend stark vorhanden ist, sind die Wege zum Ausdrücken und Mitteilen überwiegend blockiert, starr und hölzern tritt der Mensch auf, der gleichzeitig innerlich glühen mag. Und unter Druck gesetzt, durch z.B. zu enges Zusammenleben oder heftige Kritik, reagieren sie oft abrupt und befremdlich, scheinen sich gerade gut unter Kontrolle zu haben, bevor sie einen Augenblick später explodieren. Sowohl perfekte Selbstkontrolle als auch explosives Ausbrechen sind die zwei Seiten einer Persönlichkeit, deren emotionale Verbundenheit mit anderen Menschen nur gering belastbar ist.


Es ist umstritten, ob die schizoide Persönlichkeitsstörung als Krankheit gewertet werden soll oder nicht. Oft leiden weder Betroffene selbst noch Angehörige, oder sie nehmen es nicht wahr. Ebenfalls wird argumentiert, dass Betroffene ein solches unkonventionelles Leben anstrebten, welches nur wegen des geringen Verbreitungsgrades missbilligt werde.

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