Ein Blaubär hat siebenundzwanzig Leben.

Einst lebte in einer der alten Städte im hohen Norden ein Mann, dessen Leben Arbeit hieß. Er arbeitete Morgens, er arbeitete Abends, er arbeitete Nachts. Wochenenden und Urlaube kannte er nur aus Büchern. Weihnachten hatte er als Kind zwar gefeiert, später aber nie vermisst.

Es ergab sich also, dass ebenjener Mann, von Zeit zu Zeit, vielleicht zwei, drei mal im Jahr, Menschen traf, deren Namen er kannte. Diese Treffen waren kein Zufall, er hatte sich mit jenen Menschen verabredet. Nach üblichen Begrüßungsfloskeln und dem Ausdrücken der Freude über das Wiedersehen hielt die heuchlerische Euphorie nicht lange an. Trotz aller Mühen konnte - nennen wir ihn K. - sein Desinteresse schon nach kurzer nur mit Anstrengungen unterdrücken.

Er flüchtete. Er flüchtete in den Rausch. Der Rausch, der Hässliches ästhetisch, Langweiliges faszinierend, Abstoßendes anziehend macht. Es war ein tiefer, dunkler Rausch, der sich schwer über sein Bewusstsein legte und von Alkanolen verschiedenster Herkunft süßlich dargestellt wurde.

Als er sich verabschiedete, schliefen alle; es hätte ihn wenig tangiert, wären sie tot gewesen. Die Sonne war noch nicht aufgegangen, er musste sich an den Sternen orientieren. Zwanzig Meilen durch menschenleere Straßen, über Felder, Zäune, Mauern. Auf Schienen ohne Züge. Acht Stunden später viel er - den bittersüßen Geschmack des nun nackten Rausches auf den Lippen, in schmerzhaft traumlosen Schlaf.

So far about my weekend. And yes, 20 miles. And no, I don't give a shit that somewhere in good old Germany people voted for fascism.

Außerdem hatte ich noch dreizehneinhalb andere davon.

18.9.06 23:25
 


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