Liebeserklärung an eine Unbekannte

Sie sagte: Mich willst Du als Inventar! Wenn ich mein Leben noch einmal von Vorn beginnen könnte, wäre es meine Dreistigkeit, die den Unterschied ausmachte. Weißt Du, würde ich Dich kennen, ich liebte Dich. Aus tiefstem Herzen. Ich bin nicht im Stande, vielen oder auch wenigen Menschen meine Wertschätzung auszudrücken - geschweige denn diese zu empfinden. Bevor ich morgens die Nachrichten lese, hoffe ich, dass es einen Atomkrieg gibt. Immer wenn mein Flugzeug vor der Landung seltsame Bewegungen macht, stelle ich mir vor, wie es abstürzt und mitsamt seiner Insassen in Flammen aufgeht. Dieser Traum stimmt mich unerwartet glücklich. Da ist ein Loch in meinem Leben, in meinem Wesen, in meinem Sein. Du fehlst mir, obgleich ich Dir noch nie begegnet bin. Ich will Dir den Friedhof zeigen, von dem man so einen atemberaubenden Blick auf die Stadt hat. Ich will Deine Haare riechen und an Urlaub denken. Bei Deinem Anblick will ich zerrissen sein zwischen Beschützen und Begehren. Meine Frau sollst Du sein, und meine Geliebte, meine Gespielin und Freundin, meine Sklavin und Herrin, meine Schwester und Tochter. Ich weiß jetzt schon, dass ich Deine Hüftknochen abgöttisch lieben werde, obgleich ich deren Geschmack nicht kenne. Ich weiß, dass mein Kind Deinen Namen tragen soll. Ich weiß, dass ich Dich will, weil ich Dich nie ganz haben kann. Ich weiß, dass Du Alles für mich bist.

Finde mich. Bitte.

postsriptum: Ich würde so gern mit Dir ans Meer fahren.


12.10.06 22:54
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


ich (13.10.06 01:30)
gelesen: "milch willst du als inventar!" und an ein glas kalte milch denken müssen, das, weil darauf bestanden wird, wie ein unverzichtbarer einrichtungsgegenstand auf den tisch gestellt wird, auf dem tisch steht und auch stehen bleiben wird. - gedanke und idee für merkwürdig (aber) schön befunden.

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